Februar 2013. Mit dieser provokanten Frage eröffnete Heinz-Detlef Scheer am Freitag, den 15. Februar 2013 seinen Vortrag im Forum Hochbegabung Wiesbaden e.V. Schon seit Jahren hat sich Scheer mit seinem Unternehmen Scheer consulting GmbH auf das Coaching hochbegabter Erwachsener spezialisiert. Er weiß, wovon er spricht. Schließlich ist er selbst hochbegabt und hat einen abwechslungsreichen Lebenslauf vorzuweisen: Vom angehenden Berufsmusiker über den Herbergsvater zum Groß- und Außenhandelskaufmann bis hin zum Diplom-Psychologen, Coach und Systemischen Berater. Scheer hat heute seinen Platz gefunden, aber vielen erwachsenen Hochbegabten ist dieses Glück in ihrem Leben nicht beschieden. Manch einer ist bereits in der Schule gescheitert und hat sich beruflich weit unter Wert verkauft. Andere haben zwar den Übergang ins Berufsleben gemeistert, ecken aber dort bei Kollegen und Vorgesetzten an. Mal sind sie als Störenfried, mal als hochnäsig und arrogant, mal als ewige Besserwisser oder vermeintliche Stuhl-Säger verschrieen. Doch der Hochbegabte selbst bekommt von all dem oft nichts mit. Er wundert sich vielleicht nur, dass die Kollegen schon wieder mal seltsam sind und er irgendwie nicht ins Team passt. Dabei will er sie doch nur auf Verbesserungspotential hinweisen, das für ihn sofort klar erkennbar ist, während die Kollegen und Vorgesetzten den bisherigen Ablauf für vollauf genügend hielten. Kurzum: Es ist nicht einfach, als hochbegabter Erwachsener im Unternehmen zu arbeiten, genauso wenig für die Kollegen und Vorgesetzten, mit einem solchen Mitarbeiter umzugehen, der vielleicht noch nicht einmal von seiner besonderen Gabe weiß.

Aus diesem Grund plädierte Scheer während der Veranstaltung mehrfach dafür, sich selbst auf Hochbegabung testen zu lassen, auch und gerade als Erwachsener, falls man den Verdacht haben sollte, zu dieser Bevölkerungsgruppe zu gehören. Erst mit dem sicheren Wissen über das eigene Potential könne man sich adäquat entwickeln und bei Bedarf Hilfe finden. Wer seine Stärken und Schwächen kennt, kann mit sich selbst ins Reine kommen und wird dadurch wiederum leichter von seinem Umfeld angenommen und akzeptiert. Außerdem eröffnen sich dann vielleicht auch neue berufliche Möglichkeiten.

Der Vortrag Scheers hat die Perspektive der Anwesenden zum Thema Hochbegabung erweitert. Er ließ sie mit plastischen Bildern erfahren, dass sich das Anders-Sein des Hochbegabten nicht im Laufe der Schulzeit auswächst, sondern ihn sein ganzes Leben lang begleitet. Dass dies nicht nur Schwierigkeiten nach sich ziehen muss, hat der Referent als Vision eröffnet. Es gibt Mittel und Wege, sich auch als hochbegabter Erwachsener mit seiner Gabe wohlzufühlen, um sein Potential ausschöpfen zu können und Anerkennung zu finden. Erste Schritte hat Heinz-Detlef Scheer aufgezeigt. Herzlichen Dank dafür!

Links

  • http://www.scheerconsulting.de
  • http://www.coaching-fuer-hochbegabte.de
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